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Über die PrEP wird viel diskutiert. Sicher hast auch du ein paar Fragen und Unklarheiten. Hier haben wir eine Übersicht mit den wichtigsten Infos für dich zusammengestellt. Zur weiteren Abklärung wendest du dich am besten direkt an eineN BeraterIn in deiner AIDS-Hilfe oder einen HIV-Facharzt/einer HIV-Fachärztin in deiner Nähe:

PrEP bedeutet Prä-Expositions-Prophylaxe. Dabei nimmt eine HIV-negative Person HIV-Medikamente ein, um sich vor einer Infektion zu schützen. Aber ganz wichtig:

Für wen ist die PrEP geeignet? Die PrEP ist eine Ergänzung und kein Ersatz der bestehenden Präventionsangebote. Sie passt nur für dich, wenn du dich mit anderen Präventionsmethoden wie Schutz durch Kondome bzw. durch HIV-Therapie nicht ausreichend schützen kannst. Die Entscheidung, ob die PrEP wirklich für dich geeignet ist, triffst du am besten gemeinsam mit einem HIV-Facharzt.

Wie wird die PrEP eingenommen: Derzeit ist die PrEP nur zur täglichen Einnahme in Europa zugelassen. Grundsätzlich kann sie aber täglich oder auch anlassbezogen eingenommen werden. Und: die PrEP ist nicht lebenslang, sondern vor allem in deiner sexuell aktivsten Phase sinnvoll.

Schützt die PrEP wirklich vor HIV? In mehreren Studien hat sich die PrEP als wirksam erwiesen. Voraussetzung dafür ist die korrekte und konsequente Einnahme sowie laufende medizinische Kontrollen. Schon bevor du mit der PrEP startest,  solltest du dich unbedingt an einen HIV-Facharzt/Fachärztin wenden. Er weiß welche Untersuchungen vor dem Beginn der PrEP nötig sind. Dazu gehört vor allem ein HIV–Test. Allerdings ist dieser nur dann sinnvoll, wenn du mindestens sechs Wochen davor kein Risiko hattest. Denn wenn der PrEP-Start während der HIV-Akutinfektion erfolgt, ist nicht nur die PrEP wirkungslos, sondern die Wahrscheinlichkeit der Resistenzbildung steigt um ein Vielfaches.

Schützt die PrEP vor STDs? Nein, die PrEP schützt dich nicht vor anderen STDs! Gerade in Europa ist es, unabhängig von der PrEP, zu einem Anstieg von STDs unter queeren Personen gekommen. Falls du also die PrEP für dich in Erwägung ziehst, kannst du dein HIV-Infektionsrisiko senken, bist aber vor anderen STDs nicht geschützt. Durch die laufenden medizinischen Kontrollen im Zuge der PrEP-Einnahme, können STDs aber zumindest früher erkannt und behandelt werden.

Wer zahlt die PrEP? Die Kosten der PrEP musst du selbst tragen, denn sie werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Tabletten sind zudem ziemlich teuer. 30 Tabletten kosten in der Apotheke knapp € 1.000,-.

Wie bekomme ich die PrEP? Legal bekommst du die PrEP in Österreich momentan nur mit einem Privatrezept eines Arztes/einer Ärztin. Die PrEP wird über das Internet angeboten, allerdings dürfen verschreibungspflichtige Medikamente in Österreich offiziell nicht über diesen Weg bezogen werden. Falls dies für dich die einzige Bezugsmöglichkeit ist, musst du besonders auf die Qualität der Medikamente achten und solltest keinesfalls auf die Betreuung eines HIV-Facharztes/einer HIV-Fachärztin verzichten. Wir beraten dich gerne zu diesem Thema und können sicherstellen, dass du jedenfalls die nötige medizinische Versorgung erhältst.

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